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Das Schuhmacherhandwerk - zwischen Tradition und Moderne - eine kleine Zeitreise

Die Schuhmacher als lederverarbeitendes Handwerk waren noch im Spätmittelalter auch für die Lederherstellung zuständig.
Im 15 Jh. setzte ein Differenzierungsprozeß ein, der darin endete, dass sich im Spätmittelalter die Schuhmacher organisatorisch von den Gerbern trennten und es sich die Zunft der Schuhmacher und der Gerber bildeten. In größeren Städten wie Breslau, Leipzig und Nürnberg lösten sich auch die Schuhflicker, Holzschuhmacher und Pantoffelmacher von den Schuhmachern; die Leistenschneider die den Schuhmachern zuarbeiteten waren jedoch unzünftig.

An dem klassischen Prozeß der Schuhfertigung änderte sich in technologischer Sicht bis ins 18 Jh. nichts. Einschneidende Veränderung kamen erst in den 1830er Jahren aus Amerika. Und 1875 hatte jeder sechste Schuster in Leipzig eine Nähmaschine (wiederum aus Amerika kommend). Mit der Nähmaschine konnten vor allem Schäfte gesteppt werden, und auf diesem Hintergrund entwickelten sich Schaftfabriken, die dem Schuhmacher das Halbfabrikat lieferten, so dass sich sein Arbeitsbereich reduzierte. Schleif- und Ausputzmaschinen fanden um 1900 Verbreitung und die Klebepresse fand nach dem 1. Weltkrieg Eingang in die Schuhmacherwerkstatt.

Zunehmend trat die Produktionsfunktion in den Hintergrund, und zumindest im städtischen Bereich kann um 1890 der Verdrängungsprozeß, der 1870 verstärkt einsetzte als abgeschlossen gelten: der städtische Schuhmacher war meist nur noch ein Flickschuster, der zudem in die Abhängigkeit der Lederhändler geraten war.

1925 bestritt das Schuhmacherhandwerk nur noch einen Anteil von 3% an der Schuhproduktion (1875: 90 %). Erst in den 1920er wurde der Kleinmeister im Reparaturbereich durch die Anwendung des Ago - Klebeverfahren, durch Verbesserung an den von Hand getriebenen Maschinen und durch die Anwendung des elektrischen Kleinmotors wieder konkurrenzfähig. Dennoch war aus dem Schuhmacher ein Schuhflicker geworden, und das Orthopädieschuhmacherhandwerk entwickelte sich 1930 zu einem Handwerk mit eigenem Berufsbild.

Andreas Grießinger

Text entnommen aus: Lexikon des alten Handwerks, Verlag C.H.Beck

In der Werkstatt

Nürnberger Schuster um 1500

Ein Nürnberger Schuster flickt einen zwischen die Knie eingeklemmten Schuh. (um 1510)

Der sogenannte Eiserne Geselle


Aktuelle Presse - Gutes Schuhwerk ist krisensicher

Das Wort Krise ist derzeit in aller Munde: Finanzkrise, Börsenkrise, Wirtschaftskrise, Bankenkrise und vieles mehr. Das alles hat Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Da ist man aus verständlichen Gründen auf der Suche nach verlässlichen Werten, die einem das sichere Auftreten erleichtern.

Qualitätsschuhe gehören dazu, denn bei ihnen weiß man, was man hat. Auf sie kann man sich verlassen. Sie begleiten uns Schritt für Schritt, Tag für Tag zuverlässig und krisensicher. Qualitativ hochwertiges Schuhwerk ist zudem eine gute Investition in die Zukunft, zeichnet es sich doch durch Langlebigkeit und Werterhalt aus.

Aber nicht nur das: Schuhqualität spielt eine entscheidende Rolle für gesunde Füße und unbeschwertes Gehen. Deshalb sollte jeder Schuhkauf mit Überlegung und Weitsicht getätigt werden, weil unsere Füße im wahrsten Sinne des Wortes die Krise bekommen, wenn Material, Passform und Tragekomfort der Schuhe minderwertig sind.

Auch Qualitätsschuhe nutzen im Gebrauch ab. Kein Problem, denn bei ihnen hat es der Schuhmacher leicht, sie zu reparieren und ihren Wert zu erhalten. Darüber freut sich nicht nur der Träger, sondern auch die Umwelt. Reparierte Schuhe haben eine längere Laufzeit und sorgen für Müllvermeidung sowie die schonende Nutzung von Ressourcen.

Alles in allem also eine Menge krisensicherer Werte, die durch beste Qualität am Fuß erzielt werden. Und darüber hinaus hat der fachlich versierte Schuhmacher vor Ort sicher noch so manchen guten Tipp für seine Kunden parat.

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DAS SCHUHMACHERHANDWERK: MODERNE SERVICE-BETRIEBE

Der technische Fortschritt, der u. a. auch die Herstellung von Schuhen industriell beeinflußt hat, ist natürlich nicht ohne Wirkung auf das Handwerk im allgemeinen und das Schuhmacher-Handwerk im besonderen geblieben. Gerade auf dem Gebiet der individuellen Umarbeitung und Instandsetzung von industriell hergestellten Schuhen hat sich eine Technik entwickelt, die zu einer völlig neuartigen Arbeitsweise führte. Trotzdem ist der "Schuh nach Maß" immer noch die Spitzenleistung meisterlicher Handwerksarbeit. So lassen sich die Aufgaben des Schuhmachers/der Schuhmacherin von heute in folgende Gebiete einteilen:

  1. Anfertigung von Maßschuhen, auch in Unter- und Übergrößen, Instandsetzung und Erneuerung von Schuhen aller Art und Lederwaren, individuelle Umarbeitung von Schuhen aus der Serienfertigung,

  2. Einarbeiten von Fußstützen und -bettungen in Schuhen aller Art zur Verbesserung des Geh- und Stehvermögens, sowie fußgerechte Zurichtungen an Konfektionsschuhen:

    Anfertigung von losen Fußbettungen, Außen- oder Innenranderhöhungen an Sohle und Absatz, Ausgleich einer Beinlängendifferenz, Absatzerhöhung, Kappenausnehmung und Polsterung bei Fersensporn, Fersenteilausnehmung und Polsterung bei Fersensporn, Pufferabsatz, Absatzänderung.

  3. Auf- und Umfärben von Schuhen und Lederwaren.

Der Schwerpunkt der Aufgaben liegt bei der Anfertigung von Maßschuhen aller Art, der Reparaturarbeit, dem Einarbeiten von Fußstützen und -bettungen. Im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten bietet der Schuhmacher Leistungen im Handelsbereich, in der Schuh- und Fußpflege sowie einen Fuß- und Schuhservice an.

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Auch für Lehrlinge wieder attraktiv

War das Schuhmacher-Handwerk in den 60er und Anfang der 70er Jahre als Ausbildungsberuf im Verhältnis zu anderen Berufen weniger attraktiv, so hat sich dies in den letzten Jahren wesentlich gewandelt.

So gab es Ende 2006 in Deutschland 160 Auszubildende im Schuhmacher-Handwerk, davon waren 36 weiblich. Damit ist die Zahl der Auszubildenden gegenüber 2005 fast gleich.

Die Höhe der Ausbildungsvergütung / Monat beträgt zur Zeit:

Schleswig - Holstein

im 1. Ausbildungsjahr

343,00 €

im 2. Ausbildungsjahr

397,00 €

im 3. Ausbildungsjahr

484,00 €

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